Nicolas Romanacci

Künstler

Nicolas Romanacci, Augsburg
»atlas« [audio-visuelle betrachtungen]



»the works of nicolas romanacci are subtle and precise compositions. offering space for considerations on various realms, always avoiding to be mere narrative, illustrative, documentary, abstract, conceptual or importunately fancy. characterized through a well considered ambiguity, combined with a relentless compositional lucidity.«
(»Bataang*«, art zine, issue 1, Berlin 2008).

Die Werkgruppe »atlas« ist eine Sammlung von audio-visuellen Miniaturen. Die Kompositionen bestehen aus kurzen loops, die ganz bewusst aus »low-res« Material zusammengesetzt sind, um eine eigentümlich unmittelbare Mischung aus abstrakten, minimalistischen und teils fast statisch anmutenden Elementen zu einem Gesamtbild zu formen, welches im Ausdruck – und im deutlichen Gegensatz zur formalen Kargheit und Strenge – durch Mehrdeutigkeit, Ambiguität und verstörende Klangräume eine insgesamt als poetisch zu bezeichnende Gesamtwirkung eröffnet. Durch die vielfältigen und bewusst oft widersprüchlichen Interpretationsmöglichkeiten, welche aber jenseits vager Beliebigkeit präzise ausgelotet sind, eröffnen sich dem Betrachter vieldeutige Welten, die zur Reflexion auf die Bedingungen und Möglichkeiten von Weltverständnis einladen, ohne bestimmte Themen, Deutungen oder gar Antworten vorzugeben. Die Arbeiten sind entstanden u.a. in Berlin, Wien, Rom, Augsburg, München in den Jahren 2005-2008. Formal gesehen stellen diese Arbeiten eine Zusammenführung der fotografischen, frei kalligrafischen und musikalisch kompositorischen Ansätze anderer Werkgruppen von Nicolas Romanacci dar.
Zur Umrahmung der Werkgruppe »atlas« werden auch zwei frühere, fotografische Bilder gezeigt, »plant« und »station«. Sie bieten neben dem Verweis auf einen Ursprung der audio-visuellen Arbeiten in fotografischen Bildern auch eine denkbare, grobe thematische Klammer, da sich die loops in einem sehr weiten Sinn auf Strukturen beziehen lassen, die entweder natürlichen Ursprungs sind, also den klassischen Begriff »Natur« thematisieren (»plant«), oder den ebenso klassischen Gegenpart »Kultur« (»station«) untersuchen. Doch auch hier geht es bewusst letztlich um eine kritische Gegenüberstellung dieser Begriffe, welche am Ende vielleicht genau diese Gegenüberstellung und die damit verbundene Polarisierung zu hinterfragen vermag in durchaus als philosophisch zu verstehender Perspektive. In diesem Sinn kann die Werkgruppe »atlas« als eine Sammlung »audio-visueller Betrachtungen« verstanden werden.

CV: 

Schreinerlehre, Studium Philosophie (München)
Ausbildung Klassische Gitarre, Lehrauftrag Gitarre (München), Kompositionen, CD Aufnahmen, Konzerte (auch alternativer folk mit Gesang)
Studium Gestaltung (München, Augsburg, Urbino)
Master of Arts »Bildwissenschaft« (Schwerpunkte Philosophie und Medienkunst), [u.a. bei Klaus Sachs-Hombach, Oliver Grau, Paul Sermon, Christian Hübler (knowbotic research), Frieder Nake]
Dozent für freie Gestaltung, Bildwissenschaft und Medientheorie, an der Hochschule Augsburg, Fakultät für Gestaltung, Studiengänge »Kommunikationsdesign« und »Interaktive Medien«
Doktorand an der Eberhard Karls Universität Tübingen, Philosophische Fakultät, Institut für Media Studies, Thematik »Experimentieren in Wissenschaft und Kunst«


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