Patricia Murawski

Künstler

Patricia Murawski, Essen
Kopfarbeit



Die Tanzform, die hauptsächlich langhaarige Metal- und Hardrock-Fans praktizieren, ist das Thema meiner künstlerischen Arbeit – „Headbangen“. Tanzen mit dem Kopf, der im Takt der Musik vor, zurück, seitwärts, im Kreis oder in Achtform geschwungen wird bis die Haare fliegen.

Im Fokus meiner Fotografien befindet sich die Momentaufnahme der Bewegung und der fliegenden Haare der Hardrock-Fans. Auf den Fotos scheint der im Alltag schwarz gekleidete Headbanger aus dem Kontext herausgelöst, trägt weiße Kleidung und tanzt vor einem weißen Hintergrund. Die Farbfotografien zeigen differenzierteste Übergänge von a­bgelichteten Weißtönen, so wirken die Bilder nahezu farblos. Die Hautflächen, wie sie an Füßen, Armen, Händen und im Gesicht der Porträtierten sichtbar sind, zusammen mit deren natürlicher Haarfarbe, stellen die stärksten Farbakzente innerhalb dieser Serie dar.
Durch die starke Reduktion liegt der Fokus der Bilder auf der Bewegung des Körpers und dem Bewegungsspiel der Haare.
Die je nach Kopf- und Körperbewegung erstarrten Haare ­bilden auf den Fotografien abstrakte, nahezu ornamental wirkende Formgebilde ab. So fächern sie sich auf manchen Fotos zur ­breiten Fläche auf, verwirbeln sich auf anderen Fotos spitz in alle Richtungen oder erscheinen strudelartig.

Genau diese Formen finden sich auf meinen Malereien, den „Bang Paintings“, wieder. Sie zeigen ausschließlich schwarze ­Farbflecken und stakkatohafte Punkt- und Linienfolgen, die sich mal als einzelne, filigran nervöse Striche und mal als vehement ­verdichtete Bündel auf dem Grund der rohen Leinwand ausbreiten, und gleichzeitig von dem großen Leerraum bestimmt sind, der von Farbe unbenetzten Fläche.
Neben der absichtsvollen Reduktion der künstlerischen Mittel haben beide Medien eine gemeinsame inhaltliche Dimension mit der sie sich wechselseitig kommentieren: Ihr übereinstimmendes inhaltliches Thema ist die Bewegung des Headbangens.
Die Bang Paintings entstehen indem ich meine Haare in extra dafür angerührte schwarze Farbe tauche und diese an die ­Leinwand headbange. Bei dieser Aktion kann entweder die Leinwand vertikal von der Decke herunterhängen oder flach auf dem Boden ­liegen. Als Ergebnis entstehen energiegeladene, großformatige ­Malereien, die den Gedanken des Amerikanischen Expressionismus weiterführen.

CV: 
geboren 1985
seit 2004 Studium Kommunikationsdesign; Schwerpunkt Malerei, bei Prof. Jörg Eberhard, an der Folkwang Universität der Künste, Essen
2011		Diplom (mit Auszeichnung) an der Folkwang Universität der Künste, Essen 
		bei Prof. J. Eberhard und Prof. R. Lieberknecht 
seit 2010 Freischaffende Künstlerin und Grafikdesignerin

Ausstellungen (Auswahl)
2009	GA, zum Thema Wasser, Aquarius Wassermuseum der RWW, Mülheim an der Ruhr
2009	GA, mit dem Titel „seven up“, ver.di-Bildungszentrum, Mosbach
2010	GA, „Prometheus plakatiert“, Großplakatstrecke zur Zeche Zollverein, Essen
2010	GA, „Light my fire“, Galerie K29, Essen
2010	EA, „Pinguin ohne Knie“, Foyer der Folkwang Universität, Essen
2011		EA, „Kopfarbeit“, galerie januar, Bochum-Langendreer
2011		EA, „Kopfarbeit“ im Glashaus am Worringer Platz, Düsseldorf
2011		Bang Painting Performance bei der Sommerresidenz 2011, Wuppertal
2011		GA, Ruhrpuls, Music and Art Festival, Rotunde, Bochum
2011		C.A.R. die innovative Kunstmesse auf der Zeche Zollverein, Essen
2011		GA, „FB4 -> BXL“, Gruppenausstellung mit Folkwangstudenten, NRW Landesvertretung, Brüssel
2011		GA, „anderswo“, Galerie Kunstkomplex, Wuppertal
2012	EA, „Profil.Position.Kopfarbeit“, Kunstverein Duisburg
2012	„Voll auf die Tapete“, Dauerausstellung, Münster
2012	Art Walk, Essen
2012	„Haar trifft Kunst“, Capelli Connection, Duisburg
2012	„Revierkunst“, Zeche Carl, Essen
2012/13	„Ganz frei“, Kunstverein Duisburg

Projekte
2010	Kunstinstallationen am RuhrtalRadweg, ein Gemeinschaftsprojekt zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010, 
		gefördert von RWE
2010	Exzellenzstipendium der Folkwang Universität der Künste, Essen
2011		Sommergalerie im Freibad Mirke, Wuppertal
2012	Atelier 12, Duisburg